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Oberschule Pegau hat Mibrag als Partner und zeigt Courage

Partnerschaftsvertrag ist gestern unterzeichnet worden / Titel „Schule ohne Rassismus“ verliehen

VON JULIA TONNE

Pegau. Die Oberschule Pegau darf sich seit gestern nicht nur „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nennen, sondern auch noch Kooperationspartner der Mibrag. „Zwei Höhepunkte an einem Tag – das schaffen nur wir“, sagte Schulleiterin Barbara Gollan nicht ohne Stolz anlässlich der Unterschrift unter den Vertrag. Damit ist die bisherige Zusammenarbeit mit dem Bergbauunternehmen nun auf eine offizielle Basis gestellt worden.

„Unternehmen sind das echte Leben, und wir als Schule bereiten die Kinder und Jugendlichen auf das Leben vor“, begründet Gollan. Schon in den vergangenen Monaten sei die Zusammenarbeit mit der Mibrag ausgebaut worden. Für die Lehrer gab es Fortbildungen am Firmensitz, Schüler konnten sich bei Exkursionen den Tagebau ansehen. Nicht zu vergessen: die Berufsvorbereitung, die die Mibrag anbietet.

Das ist gleichzeitig ein Punkt, der auch dem Unternehmen in die Hände spielt. „Von unseren Partnerschulen haben wir viel mehr Schüler, die bei uns eine Ausbildung anfangen, als von anderen Schulen“, erklärt Jürgen Walther, Leiter Aus- und Weiterbildung. Durch die Kooperation seien die angehenden Lehrlinge schon vorab wesentlich besser über den Betrieb informiert und wüssten, was sie erwartet. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sind solche Partnerschaften zugleich Zukunftssicherung“, macht Sybille Dawidczak, Direktorin für Kommunikation bei der Mibrag, deutlich.

Die Oberschule Pegau ist für die Mibrag der mittlerweile siebte Kooperationspartner, aber erst der zweite aus Sachsen – neben der Lernförderschule aus Elstertrebnitz. Die anderen fünf sind in Sachsen-Anhalt ansässig. Und für jeden Partner lässt sich das Bergbauunternehmen ein besonderes Projekt einfallen. Während die Elstertrebnitzer Schüler Bänke bauen, die an etlichen Orten bereits stehen, werden sich die Pegauer Jugendlichen mit der Historie auseinandersetzen. Anhand der rund 7000 Jahre alten Brunnen, die derzeit in Großstolpen zu sehen sind, könnten sie sich nicht nur mit der Jungsteinzeit und den damaligen Lebensbedingungen vertraut machen, sondern beispielsweise auch einen Film über die sensationellen Funde drehen. „Und dann warten wir mal die Ideen der Schüler ab. Hauptsache ist, dass das Thema fächerübergreifend behandelt wird“, betont Angelika Diesener, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit im Unternehmen.

Anlässlich der gestrigen Vertragsunterzeichnung hatten die Mibragvertreter ein Begrüßungsgeschenk mitgebracht: Für die Anschaffung eines Beamers gab es einen Scheck über 2500 Euro. Von den Schülern hingegen gab es einen selbst gestalteten Kirschbaum, der daran erinnern soll, dass auch eine Partnerschaft wachsen muss und Pflege braucht.

„Die Auszeichnung vom Netzwerk Courage ist vor allem ein Verdienst des Schülerrats“, machte Pegaus Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) deutlich. Doch diese Auszeichnung gebe es eben nur, wenn die Schule auch eine Kooperation mit einem Unternehmen vorweisen könne. Damit habe der Schülerrat zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Quelle: LVZ vom 12.04.2016

Barbara Gollan (re.) und Sybille Dawidczak unterschreiben den Kooperationsvertrag zwischen der Oberschule Pegau und der Mibrag.

Foto: Julia Tonne